Das Plenum der Synode wird im Laptop gezeigt, dahinter verschwommen Synodale zu sehen.
Intensive Diskussionen: Die Lippische Landessynode in Lemgo.

Landeskirche vor Sparmaßnahmen

Lippische Landessynode beschließt Strategie für die Haushaltskonsolidierung des Landeskirchenamtes der Lippischen Landeskirche bis 2031

Kreis Lippe/Lemgo. Die Lippische Landessynode hat auf ihrer Tagung am Samstag, 13. Juni, in Lemgo das im Landeskirchenamt erarbeitete Strategiepapier  für die Entwicklung des Landeskirchenamtes bis 2031 beschlossen. Der Landeskirchenrat der Lippischen Landeskirche hatte im vergangenen Jahr nach entsprechenden Beschlüssen der Landessynode einen Konsolidierungs- und Organisationsentwicklungsprozess für das Landeskirchenamt beauftragt.

Konsolidierungsziele einhalten

Im Rahmen des Prozesses haben die Referats- und Abteilungsleitungen des Landeskirchenamtes mit externer Begleitung die Strategie für die zukünftige Entwicklung der Landeskirche bis 2031 erarbeitet. Diese Strategie soll zugleich die Einhaltung der vorgegebenen Konsolidierungsziele gewährleisten. Diese bedeuten für den landeskirchlichen Haushalt eine Reduktion des Kirchensteuerzuschusses um 18 Prozent ausgehend vom Budget 2025 in Höhe von 10,75 Millionen Euro auf dann 8,81 Millionen Euro im Plan 2031.

Die bisher erarbeiteten Maßnahmen haben ein Volumen von 1,9 Millionen Euro und bewirken eine Reduktion der Kirchensteuerzuweisungen auf 10,52 Millionen Euro in 2031. Dies entspricht allerdings nur einer Einsparung von 2,09 Prozent gegenüber dem Plan 2025 und kann inhaltlich verantwortlich umgesetzt werden. Daneben gibt es Prüfaufträge, die ein zusätzliches Volumen von insgesamt 1.860.000 Euro aufweisen. Sie bewirken eine Verringerung der Kirchensteuerzuweisungen auf 8,87 Millionen Euro in 2031, das entspricht einer Reduktion von 17,42 Prozent. Das angestrebte Konsolidierungsziel von 18 Prozent würde damit bei Umsetzung aller Prüfaufträge fast erreicht.

Betriebsbedingte Kündigungen vermeiden

Die Sparmaßnahmen betreffen unter anderem Bereiche mit überregionalen Angeboten der Lippischen Landeskirche, unter anderem in den Bereichen Diakonie, Ökumene, Bildung und Beratung. Mit den Maßnahmen sollen betriebsbedingte Kündigungen in den kommenden Jahren vermieden werden.

Vor dem Hintergrund der langfristigen finanziellen und strukturellen Entwicklungen der Lippischen Landeskirche soll die Konsolidierung und Organisationsentwicklung nicht stehen bleiben. Weitere über 2031 hinausgehende Sparmaßnahmen werden geprüft und die ganze Landeskirche mit ihren Kirchengemeinden in den Blick genommen.

Gemeindepfarrstellen-Haushalt

Die Lippische Landessynode hat zudem beschlossen, das zur Synode im Sommer 2027 ein Vorschlag zur Konsolidierung des Gemeindepfarrstellen-Haushalts vorgelegt werden soll. Der Vorschlag soll sowohl eine mögliche Anpassung des Gemeindegliederschlüssels pro Pfarrstelle als auch weiterführende Maßnahmen umfassen. Bei einer Anpassung auf eine Verhältniszahl von 4.000 Gemeindemitglieder bzw. in lutherischen Gemeinden auf 3.800 Gemeindemitglieder pro volle Pfarrstelle würde das notwenige Einsparziel bis zum Jahr 2035 annähernd erreicht. Bei einem prognostizierten jährlichen Rückgang der Einnahmen aus der Kirchensteuer von 4,5 Prozent ist davon auszugehen, dass der Gemeindepfarrstellen-Haushalt dann noch rund 6 Millionen Euro zur Verfügung hat, während es jetzt noch rund 9,3 Millionen Euro sind.

 

Infos zur Lippischen Landeskirche:

Höchstes Leitungsgremium der Landeskirche ist die Lippische Landessynode mit 59 Synodalen. Sie tagt in der Regel zweimal im Jahr. Zwischen den Synodentagungen leitet der Landeskirchenrat mit seinen sieben Mitgliedern die Landeskirche. Hier hat der Landessuperintendent den Vorsitz. (Vakanz-Vertretung: der Präses der Landessynode, Pfarrer Michael Keil).

Rund 125.000 Gemeindeglieder
65 reformierte und lutherische Gemeinden (54 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
59 Synodale


*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse West und in der Lutherischen Klasse.

 

Von den Kirchensteuereinnahmen (geschätztes Kirchensteueraufkommen für 2026: 32,5 Millionen Euro) behält die Landeskirche 32 Prozent zur Finanzierung ihrer Aufgaben (zum Beispiel Tageseinrichtungen für Kinder, Funktionspfarrer, Jugendarbeit, Bildungsarbeit, Diakonie, Ev. Beratungszentrum).

30 Prozent fließen in den Gemeindepfarrstellen-Haushalt.

38 Prozent werden an die einzelnen 65 Kirchengemeinden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel weitergeleitet.
Neben den Ausgaben für kirchengemeindlichen Aufgaben, der Bauunterhaltung, Betriebskosten usw. werden aus diesem Anteil unter anderem die Küsterinnen, Gemeindesekretäre, Kirchenmusikerinnen finanziert.

 

Weitere Infos u.a. zu Struktur und Finanzen:

www.lippische-landeskirche.de/transparenz