Viele Menschen sitzen im Kreis in mehreren Reihen und zeigen mit dem Daumen anch oben. Vorne in der Kreisöffnung stehen zwei Männer mit Mikrofon.
Bei der Lippischen Landessynode kamen auch soziokratische Entscheidungsverfahren unter der Moderation von Prof. Florian Karcher und Prof. Germo Zimmermann (Evangelische Hochschule Hessen) zum Einsatz.

Leitungsamt wird ausgeschrieben

Lippische Landessynode beschließt zeitnahe Wiederbesetzung

Kreis Lippe/Lemgo. Das Amt des Landessuperintendenten oder der Landessuperintendentin soll wiederbesetzt werden. Die Ausschreibung soll möglichst bald erfolgen, damit eine Wahl im November 2026 stattfinden kann. Das hat die Lippische Landessynode auf ihrer Tagung am Samstag, 13. Juni, in Lemgo beschlossen.

Die Amtszeit von bisher zwölf Jahren wird auf sechs Jahre reduziert. Der neue Amtsinhaber oder die neue Amtsinhaberin steht nicht nur an der Spitze der Lippischen Landeskirche, sondern ist auch in Zusammenarbeit mit weiteren Leitungsgremien für den Umbau der Landeskirche und ihrer Strukturen verantwortlich.

Vorerst kein Theologischer Kirchenrat

Das Amt des Theologischen Kirchenrates oder der Theologischen Kirchenrätin hingegen wird für die Zeit von sechs Jahren nicht wiederbesetzt. Danach muss die Synode neu entscheiden.

Möglich wird diese Erprobung einer neuen Leitungsstruktur durch ein Erprobungsgesetz. Gleich zum Auftakt der Synode hatten die Synodalen die Einführung von Erprobungsgesetzen beschlossen. Damit können neue Arbeits- und Organisationsformen getestet werden, bevor sie allgemein verpflichtend werden.

Bekenntnisbindung

Die innerhalb der Lippischen Landeskirche aufgeworfene Frage einer Aufhebung der Bekenntnisbindung von reformiert und lutherisch soll der Erörterung in einem breit angelegten Informations- und Konsultationsverfahren vorbehalten bleiben, über welches die Landessynode zu einem späteren Zeitpunkt beschließt. Die Bekenntnisbindung des Landessuperintendenten oder der Landessuperintendentin wird bis zu Ergebnissen des Prozesses nicht verändert. Sie bleibt reformiert. Die weiteren Leitungsämter im Landeskirchenamt, also Juristischer und Theologischer Kirchenrat oder Juristische und Theologische Kirchenrätin werden von reformiert bzw. lutherisch auf uniert erweitert.

Serviceagentur für Transformation

Die Synode hat zudem beschlossen, dass die Serviceagentur für Transformation für fünf Jahre weiterarbeiten soll. Zwei volle Stellen sollen hierfür ausgeschrieben werden. Bis zur Herbstsynode 2026 sollen die Aufgaben der Transformationsagentur mit dem Schwerpunkt regio-lokale Kirchenentwicklung ausgearbeitet werden.

 

Infos zur Lippischen Landeskirche:

Höchstes Leitungsgremium der Landeskirche ist die Lippische Landessynode mit 59 Synodalen. Sie tagt in der Regel zweimal im Jahr. Zwischen den Synodentagungen leitet der Landeskirchenrat mit seinen sieben Mitgliedern die Landeskirche. Hier hat der Landessuperintendent den Vorsitz. (Vakanz-Vertretung: der Präses der Landessynode, Pfarrer Michael Keil).

 

Rund 125.000 Gemeindeglieder
65 reformierte und lutherische Gemeinden (54 ref., 10 luth., 1 ev.*)
4 reformierte und 1 lutherische Klasse
59 Synodale


*  Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse West und in der Lutherischen Klasse.

 

Von den Kirchensteuereinnahmen (geschätztes Kirchensteueraufkommen für 2026: 32,5 Millionen Euro) behält die Landeskirche 32 Prozent zur Finanzierung ihrer Aufgaben (zum Beispiel Tageseinrichtungen für Kinder, Funktionspfarrer, Jugendarbeit, Bildungsarbeit, Diakonie, Ev. Beratungszentrum).

30 Prozent fließen in den Gemeindepfarrstellen-Haushalt.

38 Prozent werden an die einzelnen 65 Kirchengemeinden nach einem bestimmten Verteilerschlüssel weitergeleitet.
Neben den Ausgaben für kirchengemeindlichen Aufgaben, der Bauunterhaltung, Betriebskosten usw. werden aus diesem Anteil unter anderem die Küsterinnen, Gemeindesekretäre, Kirchenmusikerinnen finanziert.

 

Weitere Infos u.a. zu Struktur und Finanzen:

www.lippische-landeskirche.de/transparenz